JENNIFER ROSTOCK

Am 18.11.2014 ab 20:00




JENNIFER ROSTOCK

"Schlaflos"
JENNIFER ROSTOCK
Di, 18.11.2014 :: Löwensaal :: Nürnberg
Beginn: 20:00 Uhr :: Einlass: 19:00 Uhr
Website:
www.jennifer-rostock.de
Jeder, der schon mal eine Show der Band besucht hat, darf sich die Finger nach den neuen Stücken lecken. Jennifer Rostock liegt es bei "Schlaflos" mehr denn je am tourgezeichneten Herzen, das Feuer und die Dynamik der Konzerte auf Platte zu bannen. Mit dem Anspruch, genau diese Energie Teil der Aufnahmen werden zu lassen, verschwendet man keine Gedanken an vermeintliche Kompromisse an Mainstream- oder Radiotauglichkeit.
Auch die ruhigeren Nummern auf der neusten Platte sind mit Ecken und Kanten roh geschliffen, sei es beim Titeltrack "Schlaflos" oder "Bis hier und nicht weiter". Der Fokus lag vollkommen darauf, die Arrangements der neuen Stücke auf Showtauglichkeit zu trimmen und so finden sich abermals moshpitaffine Breakdowns im Repertoire der Band, die sich vollkommen homogen in die härtere Gangart der Platte einfügen. Man käme fast in Versuchung, das Album "gereifter". "erwachsener" oder "ausgecheckter" zu schimpfen, stünde dem ausgefeilteren Songwriting nicht diese ungezähmte Wut und spielerische Experimentierfreudigkeit gegenüber. Kreischende Punkstampfer wie "Zeitspiel" oder "Der blinde Passagier" und Ausmärsche in elektronische Postrock-Hiphop-Schlachtfelder wie "Ein Schmerz und eine Kehle" umrahmen kleine Pop-Oasen wie "Hollywood" oder "Tauben aus Porzellan".
Die Produktion tut ihr übriges: ein Stadionschlagzeug, eingeprügelt mit Punk-Brachialität, der Bass ist durchgehend verzerrt. Das Gitarrenspektrum pendelt zwischen epischen Bombast-Wänden, trockener Auf-den-Punkt-Rotzigkeit und hoch-oktavigen Melodieläufen. Die elektronische Komponente gibt sich auf "Schlaflos" deutlich akzentuierter, neben vereinzeltem Beat-Programming und Sound-Spielereien, tummeln sich verschiedenste analoge Synthesizer der letzten Dekaden. Jennifers Stimmrepertoire wird zu allen Polen ausgereizt, zwischen brüchig gehaucht über glasklar bis zu inbrünstig geschrien schwingen die Stimmbänder, was die Kehle hergibt. Perfektion stand bei den Vocal-Aufnahmen nicht im Vordergrund, die Magie und Emotionalität des Moments hatte totale Priorität. Keine große Effekthascherei, gerne platzierte sich auch direkt der erste Take auf der finalen Aufnahme.
Aber was erzählen wir euch da so breit und ausgiebig? Hört einfach selber mal rein!