Wissenschaftler beweisen: Sport ist doch kein Mord

"Sport ist Mord", in Deutschland ein geflügeltes Wort und trotz des Reims erschreckend unwahr. Dass das Gegenteil der Fall ist, weiß jedes Kind. Sport ist wichtig, das ist kein Geheimnis. Doch wie gut regelmäßige Bewegung dem Körper tut, kann nicht oft genug betont werden. Studien belegen nicht erst seit gestern den Zusammenhang zwischen Alterserscheinungen und mangelnder Bewegung. "Lauf, Opa, lauf!", schreibt die Süddeutsche Zeitung und auch der Sportartikelhersteller Hammer appelliert an seine Kunden: "Laufen Sie um Ihr Leben!" Ein Scherz, über den man sicherlich lachen könnte, wenn es nicht so bitterernst wäre. Regelmäßiges Laufen kann den Alterungsprozess des Körpers maßgeblich verlangsamen und somit jung, vital und gesund halten. So sollen bei Joggern körperliche Beschwerden durchschnittlich erst 16 Jahre später einsetzen als bei Bewegungsmuffeln. Doch genau das sind die Deutschen in der Mehrheit. "Bewegung wird für immer mehr Menschen zum Fremdwort", warnt die Techniker Krankenkasse. In einer Bewegungsstudie von 2013 führt sie eindringlich vor Augen, wie schlecht es um die Bewegungsbereitschaft der Deutschen steht. Sieben Stunden verbringt der Deutsche im Durchschnitt im Sitzen – jeden Tag. Jeder dritte Berufstätige bringt es sogar auf 9 Stunden täglich. Rund 3 Stunden in sitzender Haltung entfallen dabei auf Freizeitaktivitäten wie Fernsehen oder das Surfen im Internet. Und so warnt die Krankenkasse: "Deutschland sitzt sich krank!"

Wie viel Bewegung bietet der Alltag eigentlich noch?

Laut TK bewegen sich zwei Drittel der Deutschen täglich nicht mehr als eine Stunde. Und – als ob das noch nicht genug wäre – Gänge zum Kopierer sind hier bereits eingerechnet. Nur 4 von 10 Menschen sind im Alltag noch zu Fuß unterwegs. Vorsatz kann man dieser Bewegungs-Abstinenz hingegen nicht vorwerfen: Immerhin zwei Drittel der Dauersitzenden beklagen die Trägheit im Job und wünschen sich mehr Bewegung im Alltag. Gut 90 Prozent würden ein Bewegungsangebot im Beruf begrüßen. In den Genuss eines solchen Angebots kommen viele nicht. Auch privat wird der Mangel an Bewegung nicht kompensiert. Einer sportlichen Freizeitgestaltung geht nicht einmal mehr jeder zweite Deutsche nach. Die Bewegungsmuffel haben die Überhand gewonnen. Grundlage der TK-Studie war eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa unter 1.000 deutschen Erwachsenen zu ihrem Bewegungsverhalten in Alltag, Freizeit, Urlaub und Beruf. Die Krankenkasse erhofft sich von der Studie eine Sensibilisierung der Bevölkerung, von der letztlich alle profitieren. Wenn es gelingt, Versicherte zu mehr Bewegung zu motivieren, können diese sich über ein besseres Wohlbefinden freuen und auch die Krankenkasse spart Geld, wenn aus mangelnder Bewegung resultierende Erkrankungen seltener auftreten oder in ihrer Schwere abgemildert werden.