Wie der Superfood-Trend den Markt erobert

Die Bezeichnung "Superfood" existiert bereits seit über 100 Jahren. Doch der Begriff erhielt erst im Laufe des letzten Jahrzehnts eine größere Aufmerksamkeit der Bevölkerung. Besonders Gesundheitsbewusste setzen sich intensiv mit dem Thema auseinander. Durch das Versprechen einer positiven Wirkung erhoffen sich viele Superfood-Fans mehr Wohlbefinden, jugendliche Schönheit und ein längeres Leben. So entstand ein breiter Markt, den auch Menschen ohne Tendenz zum Fitness- und Schönheitswahn wahrnehmen.

eraffe24 Foto Superfood pixabay

Was ist Superfood überhaupt?

Superfoods teilen sich eine hohe Nährstoffdichte, die sich positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirken soll. Fast immer handelt es sich um unverarbeitetes Obst und Gemüse aus exotischen Ländern, doch Samen oder Blätter spielen ebenfalls eine große Rolle. Darunter fallen Chia-Samen aus Mexiko, Acai-Beeren aus Südamerika oder Matcha Tee aus Japan. Auch heimische Nahrungsmittel wie die Heidelbeere gelten als Superfood. Eine anerkannte Definition existiert aber nicht. Dennoch muss Superfood als reiner Marketingbegriff angesehen werden.

Von Stars und Sternchen

Der Ernährungstrend begann in den USA. US-Amerikaner, die großen Wert auf ihre Gesundheit legten, erwarben die Produkte und fühlten sich trotz der teils horrenden Preise damit wohl. Bekannter wurden sie über Blogs und Gesundheitsseiten im Internet. Stars und Sternchen wie Miranda Kerr oder Jessica Alba, die für ihre Schönheit bekannt sind, schwören auf Produkte wie Kokosöl oder Nonisaft und sprechen darüber gern in Interviews. So erlangte Superfood insgesamt eine bemerkenswerte Aufmerksamkeit.

Schon bald schwappte der Trend nach Europa über, wo er die passende Zielgruppe gesundheitsbewusster Verbraucher fand. Sogenannte Influencer, die bei Instagram oder Youtube neben anderen Wellness-Themen auch von ihren Erfahrungen mit Superfood berichten, gibt es längst auch bei uns. In Deutschland ist Superfood nicht nur in Reformhäusern und Bio-Supermärkten verfügbar. Auch der konventionelle Einzelhandel von Rewe bis Lidl ist längst in das Geschäft eingestiegen. Damit dem Verbraucher keine falschen Gesundheitstips gegeben werden, prüfen unabhängige Vergleichsseiten wie www.lebensmittel-test.de verschiedene Inhaltsstoffe rund um Superfoods.

Vom Fitnessriegel bis zum Superfood-Restaurant

Eigentlich sollte Superfood immer frisch genossen werden, denn nur dann sind Vitamine und Mineralstoffe in vollem Umfang enthalten. Doch Lebensmittel aus weit entfernten Ländern sind tage- oder wochenlang zu uns unterwegs. Sie werden dann meist doch aufwendig haltbar gemacht. Um mehr Käufer anzusprechen, findet sich Superfood außerdem als verkaufsfördernde Zutat neben weniger gesunden Zutaten wie Zucker in Fitnessriegeln, Müslis und sogar Süßigkeiten wieder.

Das schadet der Beliebtheit aber kaum. Der Markt hat den Anhängern des neuen Trends nämlich noch mehr zu bieten. Längst sind dutzende Kochbücher und Ratgeber neben Werken zu Veganismus oder der Paleo-Ernährung (Infos hierzu auf dem www.paleowiki.de) im Buchhandel zu finden. Auch Superfood-Cafés und Restaurants in Großstädten - wie das "Superfoods & Organic Liquids" in Berlin - sind nicht ungewöhnlich.


Foto: https://pixabay.com