Schlaftipps für Partygänger: Wie erholt man sich wirklich?

Da kommt der Kollege, mit dem man letzte Nacht noch ordentlich gefeiert hat, wenige Stunden später frisch und munter zur Arbeit und man selbst hängt selbst nach drei Tassen Kaffee noch durch. Solche Erlebnisse dürfte jeder schon einmal gehabt haben. Doch wie kann es sein, dass zwei Personen mit gleicher Schlafdauer am nächsten Tag unterschiedlich fit sind? Wie erholen sich Partygänger wirklich und worauf kommt es für einen guten Schlaf an?

Studie verrät, wer akute Schlafdefizite am besten wegsteckt

Aktuelle Schlafstudien geben Aufschluss darüber, warum der Kollege am nächsten Tag fitter und aufmerksamer ist: Unter Umständen hat er die Nächte zuvor erholsamer geschlafen. Zwei Studien der Schlafforscher Tracy Rupp und Pierrick Arnal legen das zumindest nahe. Diese haben ergeben, dass – zumindest gesundes und ausreichendes – Vorschlafen die Folgen des Schlafentzugs "abmildert". So waren die Probanden nach einer schlaflosen Nacht fitter, wenn sie in den Nächten zuvor ausgiebiger geschlafen hatten. Den Mythos des "Schlafhortens" bestätigen die nicht-repräsentativen Studien mit 14 bzw. 24 Probanden aber bei weitem nicht. Viel eher lautet die Erkenntnis, dass man eine Nacht ohne Schlaf besser wegsteckt, wenn man ansonsten einen ausreichenden und erholsamen Schlaf hat. Schlafstunden über den Tagesbedarf hinaus einfach addieren, bringt hingegen nichts, denn man kann die Schlafdauer nicht beliebig ausdehnen. Wer auf Krampf zu lange im Bett verbringt, obwohl er bereits ausgeschlafen ist, kann sogar den gegenteiligen Effekt erzielen und seinen Schlafrhythmus durcheinanderbringen: So haben bereits frühere Untersuchungen gezeigt, dass für die individuelle Schlafdauer jedes Menschen stattdessen die innere Uhr sowie das Gleichgewicht zwischen Schlaf- und Wachphasen verantwortlich sind.

Schlafumgebung und -verhalten für einen erholsamen Schlaf optimieren

Es bringt demnach mehr, grundsätzlich für eine bessere Schlafumgebung und ein individuell optimales Schlafverhalten zu sorgen, als sich in der Nacht vor einer Party für beispielsweise 14 Stunden in die Federn zu legen. Besser ist es, das eigene Schlafverhalten, den Schlafbedarf und die Bedingungen im Schlafzimmer zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen: So sollte man technische Geräte wie Fernseher, Tablets und Handys aus dem Schlafzimmer verbannen. Das blaue Licht der Geräte stört den Takt der inneren Uhr. Auch sollte man für Dunkelheit und eine gute Matratze sorgen, die für den eigenen Rücken ideal und zudem möglichst temperaturneutral ist. Hersteller Eve Mattress bietet ein Probeschlafen für bis zu 100 Tage, an um die individuelle Verträglichkeit feststellen zu können. Christine Hamm, vom Schlaflabor der Kölner Kliniken, gibt nächtlichen Grüblern und Menschen, die allgemein Problem mit dem Einschlafen haben, noch einen weiteren Tipp: "Am besten denkt man gar nicht übers Schlafen nach". Es hilft, mit abendlichen Routinen wie dem Tagebuchschreiben einen Schlussstrich unter den Tag zu ziehen oder nächtliche Grübeleien zum Beispiel mit einer Phantasiereise beim Einschlafen zu durchbrechen. Solche Rituale sind auch am Ende eines Arbeitstages wichtig, um mit dem Tagewerk abzuschließen. Man sollte nach Möglichkeit seinen Arbeitstag also stets mit einem festen Ritual wie dem Abspülen der eigenen Tasse oder dem Aufräumen des Bürotisches abschließen. Ebenso sollte man sich statt seiner Versäumnisse eher die Erfolge des Tages vor Augen führen und für offene Aufgaben einen Zeitplan überlegen. So verhindert man unnötige Panikmomente vor dem Einschlafen. Nicht zuletzt hilft es auch bei den Schlafzeiten eine Routine einkehren zu lassen und zu festen Zeiten ins Bett zu gehen.


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