Headshops und Hanfsamen: Was ist erlaubt in Deutschland?

Eigentlich ist das Gesetz hierzulande klar: Cannabis und Co. gelten als Rauschmittel und sind strikt verboten – das gilt sowohl für Besitz als auch Konsum der Substanzen. Doch was ist mit den vielen kleinen Geschäften, die das passende Zubehör für den Konsum anbieten? Mache ich mich strafbar, wenn ich dort einkaufe? Wir haben rund um das Thema Cannabis recherchiert und euch die wichtigsten Infos zu Headshops und Co. zusammengestellt. Bei sogenannten Head- oder Growshops handelt es sich nicht um die aus Amsterdam bekannten Coffee-Shops, aber auch diese Läden stehen im Zeichen des grünen Cannabis-Blatts. Man kennt sie aus den meisten Städten: Kleine Lädchen, bei denen bunte Farben, Cannabisblätter und allerlei Pfeifen die Schaufenstergestaltung bestimmen. Im Sortiment der Headshops findet man alles, was das Raucher-Herz begehrt: Von Wasserpfeifen und Bongs bis zu Lifestyle-Artikeln wie Poster, Klamotten oder Feuerzeuge mit Cannabis-Motiven. Auch Bücher und Infos zum Thema Cannabis werden meist angeboten. Auch in Nürnberg und Umgebung gibt es einige der Läden, die sowohl Rauchbedarf als auch viele Lifestyle-Produkte im Angebot haben.

Headshops in Nürnberg und Umgebung

  • Holzkopf in der Albrecht-Dürer-Straße 35, Nürnberg
  • Highlight in der Rothenburgerstraße 16, Nürnberg
  • Hightime in der Vorderen Sterngasse 4, Nürnberg
  • Amsterdam Rock&Headshop in der Heuwaagstraße 11, Erlangen
  • Headshop Highline in der Maxstraße 40, Fürth

Diese Shops sind grundsätzlich legal, denn hier werden keine illegalen Substanzen vertrieben. Schnell ist man als Besitzer jedoch in einer rechtlichen Grauzone – vor allem, wenn man in einer beratenden Rolle auftritt. Denn laut BtmG (Betäubungsmittelgesetz) wird das Verleiten zum unbefugten Verbrauch von Betäubungsmitteln als Straftat eingestuft. Bietet man die Utensilien lediglich zum Verkauf an, ohne den Kunden konkrete Handlungsempfehlungen zu geben, ist das ganze jedoch vollkommen legal. Als Käufer muss man sich ohnehin keine Gedanken machen, denn wie oben erwähnt, bieten die Shops keinerlei illegale Substanzen an und der Besitz einer Bong oder Wasserpfeife ist gesetzlich nicht verboten.

Ist der Besitz von Hanfsamen legal?

Auch der Erwerb von Hanfsamen, die man zum Beispiel auf Highsupplies.com nach Hause bestellen kann, lässt viele Fragen offen. Denn grundsätzlich ist der Handel mit Hanfsamen verboten, so lautet die zehnte Verordnung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften (10. BtMÄndV), die schon vor über 15 Jahren in Kraft getreten ist. Es gibt jedoch Ausnahmen, und zwar, wenn das Saatgut nicht zum unerlaubten Anbau bestimmt ist. Wer also Hanfsamen bestellt, jedoch nicht vorhat, eine Hanfplantage damit zu aufzuziehen, macht sich nicht strafbar. Sobald die Samen zum Zwecke des illegalen Anbaus erworben werden, fallen diese unter nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel und sind ebenso illegal wie Cannabis. Grundsätzlich ist der Anbau von Hanf genehmigungspflichtig und wird nur zu landwirtschaftlichen, wissenschaftlichen oder gewerblichen Zwecken erlaubt.
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