Geplanter Breitbandausbau in Bayern verzögert sich – wie man dennoch schnell surfen kann

Lange Ladezeiten, kein Netz, nervöses Hin- und Herwippen und strapazierte Nerven – so wird es für viele Internetnutzer in Nürnberg und Bayern noch eine Weile weitergehen. Grund dafür ist die verschobene Breitbandförderung. Der Start des Förderungsprogramms für Bayern war für Ende Juni geplant, doch die Entscheidung über die Förderung wird in Brüssel getroffen. Das Datum der Entscheidung wurde bis auf Weiteres verschoben, erhofft wird es vor der EU-Sommerpause, die Ende Juli beginnt. Insbesondere die nördlichen und südlichen Gebiete Bayerns leiden unter einer langsamen Internetverbindung, das soll die Breitbandförderung mittels Glasfaserkabel ändern. Der Ausbau selbst wird wahrscheinlich ein paar Jahre dauern. In der Zwischenzeit gibt es aber ein paar Möglichkeiten, mit denen man nicht auf eine gute Internetverbindung verzichten muss.

Viele Wege führen ins Netz

  • UMTS: Bei UMTS handelt es sich um eine Technologie des mobilen Internets, mit der man mit einer entsprechenden Sim-Karte unterwegs online gehen kann. Auch hohe Geschwindigkeiten von über 2 Mbit/s werden erreicht. Damit wird es möglich, auch unterwegs auf dem Handy Streams zu schauen, größere Dateien herunterzuladen oder Videotelefonie zu nutzen. Auch Notebooks können diese Technologie unterwegs nutzen, dafür gibt es Web-Sticks, in die eine UMTS-Sim-Karte gelegt wird. Der Stick wird per USB mit dem Notebook verbunden und schon kann man überall kabellos online gehen, ohne etwas installieren oder konfigurieren zu müssen. Solche Web-Sticks sind bei 1&1 erhältlich und können je nach Nutzungsverhalten mit einer entsprechenden Flatrate kombiniert werden.
  • HSDPA: Hierbei handelt es sich um ein Übertragungsverfahren, das UMTS um ein vielfaches beschleunigt und somit herkömmliche DSL-Leitungen ersetzen kann. Mit dieser Technologie lassen sich nicht nur Dateien blitzschnell herunterladen, sondern auch hochladen. Üblich sind Übertragungsraten von 3,6 Mbit/s bis zu 7,2 Mbit/s. HSDPA ist auch für den Zugriff von mehreren Nutzern geeignet und kann somit den häuslichen DSL-Zugang ersetzen. Einige Notebooks haben HSDPA-fähige Karten eingebaut, wenn dies nicht verfügbar ist, gibt es ebenso Sticks, die den Zugang ermöglichen. Die Verfügbarkeit im eigenen Wohnort lässt sich hier checken.
  • LTE: Die Weiterentwicklung von UMTS und HDSPA stellt das LTE dar. Es hat demnach noch höhere Übertragungsraten, die bis zu 150 Mbit/s erreichen können. Auch die Latenzzeiten sind geringer. LTE ist somit besonders benutzerfreundlich. Es deckt die Gegenden ab, in denen kein DSL vorhanden ist, und hat eine leicht und kostengünstig aufrüstbare Infrastruktur. Da es beste Mobilitätseigenschaften aufweist, kommt es vorwiegend bei Mobiltelefonen zum Einsatz. Die Nutzung von Programmen wie Fitness-Apps, die GPS und Datenvolumen nutzen, wird mit LTE energie- und kostensparender, denn LTE hat einen geringen Stromverbrauch und niedrige Kosten pro Datenvolumen.

Auch wer in einer Gegend ohne gutes DSL-Netz wohnt, hat somit die Möglichkeit das Internet preiswert zu nutzen. Der Ausbau eines Glasfasernetzes sollte in Zukunft dennoch erfolgen.

 

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