Fit im Kopf mit Yoga

Yoga ist Trendsport, vor allem in Hollywood. Im Internet kursieren zahlreiche Yoga-Fotos der Stars und Sternchen. Gisele Bündchen, Alessandra Ambrosio oder Miranda Kerr – ein Top-Model nach dem anderen verfällt dem Yoga-Fieber. Und das mit gutem Grund: Yoga entspannt und bringt Körper und Geist in Einklang. Tägliche Yoga-Übungen sind jedoch nicht nur ein gutes Training. Mediziner bestätigen: Yoga kann körperliche und psychische Leiden lindern. Wer regelmäßig Yoga-Übungen macht, ist unter Umständen schneller im Kopf. So ist Yoga nicht nur Kultsport für die Reichen und Schönen, auch Senioren können von den trendigen Übungen profitieren.

Mit grauem Haar auf der Yogamatte

Hatha-Yoga, eine beliebte Variante der fernöstlichen Sport-Philosophie, vereint Bewegungsübungen mit Atemtechniken und Meditation. Die wechselnden Übungen, kontrollierte Bewegungen und gleichmäßiges Atmen legen den Fokus auf Körper und Geist. Dabei trainiert Hatha-Yoga auch die Aufmerksamkeitsspanne, wie Forscher an der Universität Illinois herausgefunden haben. Im Rahmen einer Studie begleiteten die Wissenschaftler 108 Personen im Alter von 55 bis 79 Jahren bei einem achtwöchigen Yogatraining im Umfang von drei Trainingseinheiten am Tag. Das Ergebnis: Nach den acht Wochen zeigte sich, dass die Probanden sich signifikant schneller und genauer an Informationen erinnern konnten. Auch das Wechseln zwischen verschiedenen kognitiven Aufgaben fiel den Yoga-Schülern leichter. Durch frühere Studien war bereits bekannt, dass Yoga Angstgefühle, Depression und Stress reduzieren kann – Zustände, die die mentale Leistungsfähigkeit einschränken. Die Forscher vermuten daher, dass es vor allem der Abbau von Stress ist, der hinter der Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit steht.

Die Ursprünge des Yoga

Was in Europa unter Yoga verstanden wird, ist nur die Spitze des Eisbergs einer indischen Philosophie-Lehre, die eine Reihe geistiger und körperlicher Übungen umfasst. In der indischen Philosophie stellt Yoga eine der sechs klassischen Schulen dar, die sich in viele zum Teil sehr unterschiedliche Yoga-Formen mit eigener Philosophie und Praxis auffächern. In der westlichen Welt haben in erster Linie die körperlichen Yoga-Übungen weite Verbreitung gefunden. Bekannt wurden diese im europäischen Raum vor allem durch die ungarische Künstlerin Elisabeth Haich, deren Bedeutung schon dadurch klar wird, das ihr die spirituelle Lebensberatung Viversum eine eigene Seite gewidmet hat. Haich eröffnete 1939 zusammen mit dem südindischen Yogalehrer Selvarajan Yesudian die erste Yogaschule Europas in ihrem Atelier in Ungarn. Weitere Schulen in der Schweiz sowie zahlreiche Publikationen Haichs sorgten für eine schnelle Verbreitung der Yoga-Lehre in Europa. Die westliche Form der Lehre unterscheidet sich stark von der alt-indischen Tradition und ist durch eine Übernahme esoterischer Ideen, westlicher Psychologie und wissenschaftlicher Annahmen gekennzeichnet.

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