Fahren nach Cannabis-Konsum: Welche Strafen drohen?

Fahren nach Cannabis-Konsum: Welche Strafen drohen?

Wer einen feuchtfröhlichen Partyabend mit Alkoholgenuss beendet, sollte genau überlegen, wie er sicher nach Hause kommt. Sich ans Steuer zu setzen, ist tabu – das ist allen Autofahrern bewusst. Doch manchmal sind auch andere Substanzen im Spiel, Cannabis zum Beispiel. Was viele nicht wissen: Wer bei einer Verkehrskontrolle nachweislich THC (Tetrahydrocannabinol) im Blut hat, kann seinen Führerschein verlieren, auch wenn der letzte Joint schon eine Weile her ist.

Eine Promillegrenze wie nach dem Alkoholkonsum existiert bisher nicht. Und genau diese Lücke in der Gesetzgebung führt immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Autofahrern und Behörden. Neben der geforderten Mindestgrenze steht vor allem die Messung der Abbauprodukte von THC im Körper in der Kritik. Durch sie sollen die Häufigkeit und die Intensität des Cannabis-Konsums ermittelt werden. Für das Fahren unter Alkoholeinfluss gibt es diese Kontrolle nicht. Das Ergebnis der Untersuchung entscheidet über die Fahreignung des Betroffenen und das weitere Vorgehen der Behörden, das nicht selten mit einem Führerscheinentzug und hohen Kosten für eine geforderte Fahreignungsprüfung endet.

Cannabis-Konsum noch lange nach dem letzten Joint nachweisbar

Gelegenheitskiffer müssen besonders aufpassen. Die Qualität des Joints und der individuelle Stoffwechsel des Betroffenen spielen bei der psychoaktiven Wirkung sowie dem Abbau des Wirkstoffs eine große Rolle. Generell gilt jedoch: Wer häufiger kifft, behält länger Spuren des Konsums im Körper. Da die Abbauprodukte von THC noch Tage, manchmal sogar Wochen im Körper nachweisbar sind, droht der Führerscheinentzug auch dann, wenn am Tag der Kontrolle kein Cannabis konsumiert wurde.

Kleinste Mengen genügen für den Führerscheinentzug

Das Bundesverwaltungsgericht hat Ende 2014 in einem Fall gegen die Berufung eines Autofahrers entschieden, der den Grenzwert von 1,0 Nanogramm THC je Milliliter im Blut angezweifelt hatte – ein vergleichsweise geringer Wert. Laut Gutachter träten erst bei einem Wert von 2,0 bis 5,0 Nanogramm „deutlich feststellbare Auffälligkeiten oder ein erhöhtes Unfallrisiko“ auf, wie die Süddeutsche berichtet.

Da das Urteil von höchstrichterlicher Seite stammt, dient es in Zukunft als Richtwert für Behörden. Die Fahruntauglichkeit liegt also bereits bei einem Wert von 1,0 Nanogramm THC je Milliliter im Blut vor und führt unweigerlich zum Entzug des Führerscheins. Dieser Wert genügt auch, um die Fahreignung des Betroffenen zu prüfen. Die Kosten der anstehenden Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU, umgangssprachlich auch Idiotentest genannt) trägt der Autofahrer. Sie sind von der Art des Vergehens abhängig und betragen bei Fahren unter Drogeneinfluss ab 500 Euro aufwärts. Ausführlichere Informationen zum Führerscheinentzug aufgrund von Cannabiskonsum finden sich auf dieser Seite.