Deutschlands erstes Fußball-Musical steht in den Startlöchern

Erst vor wenigen Wochen holte die deutsche Fußballnationalmannschaft in Brasilien den vierten WM-Sieg. Passend dazu ist ab November nun auch Anstoß im Hamburger Theater an der Elbe. "Das Wunder von Bern" bringt Fußballzauber auf die Bühne. Mit Liebe zum Detail erinnert die Musical-Adaption des gleichnamigen Kinoerfolgs von Sönke Wortmann an das Jahr 1954, als der deutsche Fußball sich den ersten Stern aufs Trikot sticken durfte. Um dieses Ereignis in der Hansestadt wieder aufleben zu lassen, baute Stage Entertainment, der größte Musical-Veranstalter Deutschlands, der Eigenproduktion eine eigene Spielstätte im Hamburger Hafen. Das neue Haus für rund 65 Millionen Euro ist bereits das vierte Theater des Marktführers in der Musicalhauptstadt an der Elbe. Direkt neben dem Kultmusical "Disneys Der König der Löwen" gelegen kann "Das Wunder von Bern" von Gästen ebenfalls mit der Fähre erreicht werden. Eine Anfahrtmöglichkeit mit der Seilbahn scheiterte jüngst am Widerstand der Anwohner.

Allen Zweifeln zum Trotz

Knapp drei Jahre arbeitet Regisseur Gil Mehmert an seiner Version des Fußballwunders. Die Kosten der Eigenproduktion liegen im zweistelligen Millionenbereich, ließ ein Sprecher des Musicalkonzerns verlauten. Und das, obwohl viele Musical-Fans anfangs skeptisch waren. Fußball und Bühnenshow – für die Kritiker passt das nicht zusammen. Mehmert hingegen ist sich sicher, die Öffentlichkeit vom Gegenteil überzeugen zu können. Richtig Fußball gespielt wird auf der Bühne jedenfalls nicht, so viel verriet der Regisseur bereits vorab. "Dass der Ball mal ganz normal behandelt wird, ist eher die Ausnahme in unserem Wunder von Bern." Stattdessen sollen Artistik, ausgefeilte Choreographien und atemberaubende Special Effects im Mittelpunkt der Bühnenshow stehen.

Neues Theater sorgt für Aufsehen

Während sich die Musicalmacher über den Ablauf der Show noch in Schweigen hüllen, sorgt das neue Theaterhaus auf der südlichen Elbseite bereits für neugierige Blicke. Mit seiner zwölf Meter hohen Fensterfront und den 10.000 Edelstahlschindeln hat die neue Spielstätte optisch weit mehr zu bieten als sein erfolgsträchtiges Nachbartheater. Insgesamt 1.800 Gäste sollen im neuen Theatersaal Platz finden. Diese können ab November unter dem künstlichen Sternenhimmel Platz nehmen, den 1.000 einzeln steuerbare LED-Leuchten an der Saaldecke erzeugen.