Deutschland startet trotz Terror als Favorit in die EM 2016 in Frankreich

Bild: Die meisten Fußballfans freuen sich bereits auf die EM im kommenden Jahr und werden ihren Idolen erneut zujubeln. Bildquelle: 360b - 156612428/Shutterstock.com

Im nächsten Jahr steht aus fußballerischer Sicht in Form der EM 2016 das nächste Großereignis nach der WM im Jahre 2014 ins Haus, bei der sich Deutschland im Finale gegen Argentinien mit dem erlösenden 1:0 in der 113. Minute durch eine Meisterleistung von Mario Götze noch vor dem finalen Elfmeterschießen durchsetzen konnte. Doch in Ansehung der derzeitigen globalen Lage und unter Rekapitulation der Terroranschläge von Paris am 13. November dieses Jahres ist eines klar: Das wird keine EM wie jede andere.

 

Mehrere schreckliche Terroranschläge in Paris forderten über 100 Tote

Bildquelle: eraffe.de, Statista


Es ist die 17. Spielminute des Spiels Frankreich gegen Deutschland. Mit einem Mal ist ein lauter Knall im gesamten Stade-de-France zu hören, der durch Mark und Bein geht. Es ist kein gewöhnlicher Knall, kein gewöhnliches Geräusch wie es von Fans aus den unterschiedlichen Blöcken im Stadion produziert werden kann. Der Knall stammt von einer Explosion außerhalb des Stadions, wenn auch nicht weit davon entfernt lokalisiert. Im weiteren Verlauf gab es gemäß sueddeutsche.de noch eine zweite Explosion, die ebenfalls im Stadion deutlich zu hören war. Nach Spielende rennen schließlich alle Zuschauer panikartig auf das Spielfeld und bekommen von den Sicherheitsbehörden die Anweisung, das Stadion nicht zu verlassen. Spätestens jetzt ist allen klar, dass der Terror erneut Einzug in Frankreich, namentlich in Paris gehalten hat. Doch das eigentliche Ausmaß ist zu diesem Zeitpunkt noch keinem der Beteiligten klar. Am Ende stehen erschreckende Zahlen: An insgesamt fünf verschiedenen Orten fanden bis tief in die Nacht islamistisch motivierte Terroranschläge statt, die nach Angaben der französischen Regierung und n-tv.de insgesamt

  • 130 Menschen das Leben kostete,

  • wobei fast dreimal so viele Verletzte zu beklagen waren.

Angesichts der Gewaltbereitschaft des IS und des absolut skrupellosen Tötens unbeteiligter Personen in Restaurants und etwa im Bataclan-Theater muss man sich um die sichere Durchführung der kommenden Europameisterschaft Gedanken machen, doch eine Absage des von allen mit Spannung erwarteten Großereignisses kommt keinesfalls in Betracht.

 

Absage der Europameisterschaft ist für Freiheitsverfechter keine Option

Die Gründe, die im Monat November zutreffenderweise von allen möglichen Seiten propagiert worden sind, liegen auf der Hand: Lässt man ein Großereignis wie die EM 2016 ausfallen, setzt man

  1. ein klares Signal in Richtung Aufgabe persönlicher und staatlicher Freiheiten

  2. und räumt dem islamistischen Terror noch viel mehr Macht ein, als dieser ohnehin schon besitzt.

Da die Ausübung von Terroranschlägen als sekundäres Ziel auch die Verbreitung von Angst und die Einschränkung der Autonomie des Einzelnen verfolgt, ist klar: Die EM darf nicht ausfallen. Daher gilt es, bereits zum jetzigen Zeitpunkt adäquate nachhaltige Entscheidungen zu treffen, die dafür Sorge tragen, dass die EM 2016 mit den bestmöglichen Sicherheitsvorkehrungen einwandfrei gestartet und beendet werden kann. Dabei war für Turnier-Cheforganisator Jacques Lambert bereits früh klar: „Von Beginn an wussten wir, dass die Sicherheitsfrage der Schlüssel für ein erfolgreiches Turnier sein wird." Besonders pikant an der Angelegenheit ist auch die Tatsache, dass sowohl das Eröffnungs- als auch das Endspiel im nächsten Jahr im Stade-de-France stattfinden werden. Es wird also in primärer Hinsicht darauf zu achten sein, dass die stadioninterne Sicherung zumindest genauso gut funktioniert, wie dies beim Spiel Frankreich gegen Deutschland der Fall war. Angeblich wollten nämlich die Attentäter in das Stadion eindringen, was diesen jedoch nicht gelang. Als Resultat entschieden sich diese wohl dazu, die Selbstmord-Attentate vor dem Stadion auszuüben.

 

Experten und Buchmacher sehen Deutschland als Favorit auf den Titel

Bild: Wer auf den Sieg der deutschen Nationalmannschaft wettet, bekommt bei Erfolg das Vierfache seines Einsatzes wieder. Bildquelle: Gts - 95558746 /Shutterstock.com

Zurückkommend auf die sportliche Basis stellt sich natürlich allen Fans und Experten schon zum jetzigen Zeitpunkt die alles entscheidende Frage: Wer wird Fußball-Europameister 2016? Mit Blick auf das Auftreten der deutschen Nationalmannschaft bei der 20. Weltmeisterschaft des letzten Jahres scheint nicht nur für Experten, sondern auch für die Buchmacher klar zu sein: Deutschland gilt als Favorit für den Titel, auch wenn es das exakt selbe Team, das Weltmeister geworden ist, bei der EM im nächsten Jahr personalbedingt nicht mehr geben wird. Laut fussball-wetten.com besteht die derzeit beste, aber gleichfalls im Vergleich mit der Siegchance der anderen Teams schlechteste Quote in Höhe von 4,0 beim Wettanbieter Tipico. Wer also 100 Euro auf den Sie der deutschen Nationalmannschaft wettet, erhält im Erfolgsfall 400 Euro zurück. Die zweitschlechteste Auszahlung erhält man mit Platzierung einer Wette auf den Sieg der spanischen Nationalmannschaft. Tippt man hier richtig, erfolgt eine Auszahlung in sechseinhalbfacher Höhe des gewetteten Betrags. Wer hingegen auf einen Sieg des Gastgeberlandes Frankreich wettet, bekommt immerhin das siebenfache des Ursprungsbetrages ausbezahlt. Mit ein Grund für die Favoritenstellung der deutschen Mannschaft dürfte mitunter auch das Faktum sein, dass

  • der WM-Gegner von 2014 geographisch bedingt nicht bei der EM 2016 mitspielen wird

  • und mit den Niederlanden zwar kein direkter Titelanwärter aber eine starke Mannschaft die Qualifikation nicht geschafft hat.
     

Schwächen der deutschen Mannschaft müssen noch ausgemerzt werden

Trotz aller berechtigten Euphorie rund um die EM 2016 und die deutsche Mannschaft sollte mit Blick auf die absolvierten Qualifikationsspiele eines klar sein: Es besteht noch Raum für Verbesserung und Luft nach oben. In Zahlen hat sich dieses noch nicht vollends realisierte Potenzial in den Spielen gegen Schottland, Irland und Georgien gezeigt. Während man

  • gegen Schottland nur mit einem knappen 2-3 den Sieg einheimsen konnte,

  • ging das Spiel gegen Irland mit 1-0 verloren.

Durch die zuletzt genannte Niederlage war es erst möglich geworden, dass Deutschland entgegen aller Erwartungen nicht auf direktem Wege die Qualifikation geschafft hätte. Dies wäre jedoch nur der Fall gewesen, wenn zumindest Deutschland das letzte Spiel gegen Georgien nicht gewonnen hätte. Dieses ging jedoch 2-1 für Deutschland aus. Nichtsdestotrotz waren auch in diesem Spiel die Defizite der deutschen Mannschaft in Form mangelnder Chancenverwertung erkennbar. Nicht selten wurde auch das

  • träge und

  • mitunter einfallslose Spiel

kritisiert. Ein weiterer Kritikpunkt, der unter anderem in dem Spiel gegen Polen im Vorfeld offenkundig zutage getreten war, ist das Defensivverhalten des deutschen Teams. Emre Can, für den das Spiel gegen Polen sein Debüt in der Nationalmannschaft war, konnte auf der rechten Seite in der Verteidigung kaum glänzen und machte negativ mit einigen Fehlern auf sich aufmerksam. In Anbetracht des Debüts und der noch reichlich vorhandenen Zeit bis zum Start der EM 2016, sollten diese Defizite aber noch einer Ausmerzung zugänglich sein.

 

Fazit

Im Rahmen des Fazits zur Fußball-Europameisterschaft des Jahres 2016 lässt sich festhalten, dass Deutschland trotz einiger holpriger Spiele während der mittlerweile abgeschlossenen Qualifikation als Favorit ins Rennen um den Titel geht. Bei den Buchmachern liegt Deutschland demgemäß weit vorne und verweist Spanien und Frankreich auf die Plätze zwei und drei. Nach den unter dem Namen „Paris-Attacken“ in die Geschichte eingegangen islamistisch motivierten Terroranschlägen steht die Gewährleistung der Durchführung eines sicheren sportlichen Großevents im nächsten Jahr nichtsdestotrotz an oberster Stufe. Ausfallen wird die EM keinesfalls, denn in diesen Zeiten gilt es, Signale gegen den Terror und für die freiheitlichen Rechte jedes Individuums zu setzen.