Das Online-Glückspiel in Deutschland soll legalisiert werden

Deutschland ist der größte Markt für Online-Glückspiele in Europa mit einem Gesamtvolumen von jährlich knapp 14 Milliarden Euro. Um allgemeinem EU-Recht zu entsprechen, haben sich die Bundesländer nach mehrjährigen Verhandlungen auf eine Reform des Glücksspielstaatsvertrages einigen können. Bisher war es eher ein Graumarkt: Zwar konnte man auch in Deutschland in Online Casinos spielen, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt waren (wie beispielsweise das Vorliegen einer Lizenz aus einem EU-Land), jedoch war die Rechtslage nie ganz genau geklärt.
 
Obwohl auch weiterhin das staatliche Lotteriemonopol bestehen bleiben wird, öffnet sich das Gesetz sowohl für Betreiber von Online Casinos als auch für Sportwettenanbieter. Es ist alles auf den Weg gebracht, sodass die Ministerpräsidenten bei ihrer nächsten Konferenz am 5. März 2020 über das Gesetz entscheiden können. Dadurch, dass das Online-Geschäft mit Roulette,
Poker und so weiter weitestgehend illegal war, aber dennoch in großem Stil stattfand, entgingen dem Staat in den letzten Jahren Steuereinnahmen in Milliardenhöhe.
 
Wie ist die aktuelle Situation in Bezug auf Online-Casinos?
Der zuletzt 2012 überarbeitete Glücksspielstaatsvertrag besagt in §4 Abs. 4: "Das Veranstalten und das Vermitteln öffentlicher Glücksspiele im Internet ist verboten". Jedoch durften Online Casinos, die eine Lizenz aus einem anderen EU-Land, wie beispielsweise Malta, erworben haben, ihre Dienste auch in Deutschland anbieten. Das EU-Recht, welches über dem deutschen Recht steht, sieht nämlich vor, dass Unternehmen ihre Waren und Dienstleistungen europaweit anbieten dürfen, wenn eine entsprechende Genehmigung in einem der Mitgliedsstaaten vorliegt.
 
In Deutschland hat nur das Land Schleswig-Holstein in einem Alleingang Lizenzen für Online-Glücksspiel vergeben - gültig aber auch nur für seine eigenen Bürger. Dies führte immer wieder zu Problemen und Missverständnissen. Diese Casinos haben zum Teil Werbung geschaltet und darauf hingewiesen, dass das Angebot nur für Spieler aus Schleswig-Holstein gültig ist. Dennoch haben auch Spieler aus anderen Bundesländern die Angebote wahrgenommen, was illegal ist. Dies wird nun mit der Neuregelung des Glücksspielstaatsvertrages endlich ein Ende haben.
 
Casinos mit einer Lizenz im nicht-europäischen Ausland sind illegal. Sollten Sie dennoch an Glücksspielen eines solchen Casinos teilnehmen, drohen Ihnen rechtliche Konsequenzen. Zum einen könnten Sie verklagt, zum anderen Ihre dortigen Gewinne eingezogen werden. Darüber hinaus haben Sie keinerlei Rechtssicherheit, wenn es einmal Ärger geben sollte. Vermeiden Sie also in jedem Fall solche Anbieter und prüfen Sie stets, ob eine EU-Lizenz vorliegt und in den AGB des Casinos nicht ausdrücklich die Teilnahme deutscher Spieler ausgeschlossen wird.
 
Vor- und Nachteile des neuen Glücksspielstaatsvertrages
 
Vorteile der Neufassung
 
●Endlich wird Rechtssicherheit in Bezug auf Online-Glückspiel herrschen.
●Der Schutz der Spieler wird dabei sehr groß geschrieben.
●Eine bundesweite Aufsichtsbehörde wacht über die Regularien.
●Zumindest im ersten Entwurf, sind keine Regelungen zur Höhe des Casino Bonus vorhanden.
 
Nachteile der Neuregelung
 
●Casinos mit einer nicht-europäischen Lizenz bleiben weiterhin illegal.
●Die € 1.000 Grenze wird dazu führen, dass sich die Casino einen "Krieg" um Kunden liefern werden.