Capoeira – eine brasilianische Kampfkunst

Die afrobrasilianische Capoeira ist eine außergewöhnliche Kampfkunst. Auch in zahlreichen Städten Frankens ist diese exotische Sportart vertreten. Aus dem Urwald Brasiliens hat sich der faszinierende Kampfsport auf der ganzen Welt verbreitet.
 
Ursprung der Capoeira
Afrikanische Sklaven haben die Capoeira in Brasilien als Kampftechnik entwickelt, um sich aus der Sklaverei zu befreien. Damit die Kampftrainings im Geheimen stattfinden konnten, haben die Sklaven so getan, als würden sie singen und tanzen. Jedes Mal, wenn ein Aufseher oder Sklavenhalter sich näherte, hörten die Sklaven auf zu kämpfen und tanzten. Dies war geduldet und so vermischten sich Elemente des Tanzes, der Musik und des Kampfes in dieser einzigartigen Kunst. Auch nach
Abschaffung der Sklaverei wurde Capoeira lange Zeit nur im Untergrund praktiziert, denn sie war offiziell verboten. Erst in den 1940er Jahren wurde die Capoeira in Brasilien legalisiert. Heutzutage ist sie Nationalsport.
 
Der Capoeira-Kreis
Capoeira wird im Inneren eines Kreises gespielt, den die Zuschauer bilden, die klatschen und singen. Zwei Körper kreisen umeinander, bewegen sich zum Rhythmus der Musik, teilen Tritte aus, aber verletzten sich nicht. Wie ein Kreisel dreht sich einer der beiden plötzlich scheinbar unendlich lange auf einer Hand, sodass den Zuschauern fast schwindelig wird. Er gleicht einem Kreisel im Roulette. Wer schon einmal auf NetBet Roulette online gespielt hat, weiß, wie lange so ein Kreisel sich drehen kann, bis er fällt. Doch ein Capoeirista – so nennen sich die Capoeira-Spieler – fällt nicht. Er geht elegant zu Boden und direkt fließend in die nächste Bewegung über. Es vergehen zwei, drei Minuten, die einer Unendlichkeit gleichen. Dann tritt einer der zuschauenden Capoeiristas in den Kreis und löst einen der beiden Spieler ab. Die Spieler wechseln alle paar Minuten, doch das Spiel selbst scheint dabei nie abzubrechen. Der Rhythmus wird schneller, die Musik lauter und die Bewegungen halsbrecherischer. So ein Capoeira-Kreis, auf Portugiesisch „Roda“,kann von einigen Minuten bis zu mehreren Stunden andauern.
 
Die Capoeira-Stilrichtungen
Es gibt im Wesentlichen zwei verschiedene Stilrichtungen, genannt Angola und Regional. Diese beiden Abzweigungen des ursprünglichen Befreiungskampfes der Sklaven entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts, als in Salvador, Bahia, der Wiege der Capoeira, zwei verschiedene Schulen gegründet wurden. Capoeira Regional beruht auf einem System mit Gürteln in verschiedenen Farben, inspiriert durch asiatische Kampfsportarten. Kampftechniken und Sportsgeist sowie schnelle Kicks und Sprünge kennzeichnen diese Art der Capoeira. Die Angola wiederum besteht aus langsameren Tritten und akrobatischen Bewegungen, die nah am Boden ausgeführt werden. Das Ritual der Capoeira-Roda und die Verbindung zum afrikanischen Kontinent werden stärker betont als in der Regional.
 
Capoeira in Franken
In Deutschland erfreut sich Capoeira zunehmender Beliebtheit. Zahlreiche brasilianische Lehrer haben die Herausforderung auf sich genommen, deutschen Schülern ihre Leidenschaft weiterzugeben. Capoeira-Gruppen gibt es sowohl in München und Würzburg als auch Nürnberg, Regensburg sowie Erlangen. Die Gruppe Capoeira Ibeca in Nürnberg besteht schon seit über zehn Jahren. Sowohl Erwachsene als auch Kinder können diesen exotischen Kampfsport erlernen. Die Schüler lernen nicht nur Krafttraining, Kicks und Akrobatik. Auch Instrumente spielen, Rhythmus und auf Portugiesisch zu singen gehört zum Programm – in der Angola wie auch in der Regional. Die Gruppe Cordao de Ouro in München vereint beide Stilrichtungen und legt großen Wert auf die musikalische Komponente der Kunst. Capoeira hält nicht nur körperlich fit, sondern ist auch dafür bekannt, das psychische und emotionale Wohlbefinden zu steigern.