Cannabis-Legalisierung kommt nicht in die Tüte?!

Seit ein paar Jahren kommt das Thema immer wieder in die Schlagzeilen: Soll Cannabis als Medizin, Rohstoff und Genussmittel auch in Deutschland legalisiert werden? In dieser Debatte sind sich die Deutschen sehr uneinig. Noch ist die Freigabe des Rauschmittels laut Gesetz verboten. Doch es gibt bereits Bundesländer, in denen eine Legalisierung ernsthaft in Betracht gezogen wird. Außerdem entstehen in vielen Städten sogenannte Cannabis Social Clubs, die sich für die Entkriminalisierung der Droge einsetzen – so auch in Würzburg. Statistik: In der Medizin werden Cannabisprodukte beispielsweise bei chronischen Schmerzen oder zur Linderung der Spastik bei multipler Sklerose eingesetzt. Sind Sie der Meinung, dass diese Möglichkeit auch in Deutschland bestehen sollte, oder sind Sie dagegen? | Statista
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Bundesweite Entwicklung

Laut Statista ist die Mehrheit der Deutschen (47 Prozent) eher dafür, dass Cannabis in der Medizin eingesetzt werden sollte. Nur 11 Prozent sind eher dagegen und 6 Prozent können sich mit dem Gedanken überhaupt nicht anfreunden. Das spricht dafür, dass viele Bürgerinnen und Bürgern die Legalisierung begrüßen würden. In den Landesregierungen gibt es zwar manche Stimmen, die sich dafür einsetzen – ebenso aber auch jene, die die Legalisierung von Cannabis ablehnen. Bremen gilt nun als Vorreiter, denn die rot-grüne Regierung von der Weser hat sich als erste Landesregierung in Deutschland für einen entsprechenden Gesetzesentwurf eingesetzt. Demnach soll der Besitz der Droge in geringen Mengen erlaubt werden und erst ab 15 Gramm – statt wie bisher 6 Gramm – strafrechtlich verfolgt werden. Die CDU in Bremen spricht sich dagegen aus. Die Landesregierung hofft jedoch auf die Unterstützung von Thüringen, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Währenddessen hat der Berliner Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) ein Gesetz vorgeschlagen, das Patienten den Zugang zu Cannabis vereinfachen soll. Ärzte hätten dann die Möglichkeit, bis zu 100 Gramm medizinischen Hanf pro Monat an ihre Patienten zu verschreiben. Um den Anbau der Pflanze kümmert sich eine "Cannabis-Agentur". Durch diese Agentur, die einer staatlichen Kontrolle unterliegt, werden die Preise festgelegt, die Qualität überprüft und auch die Belieferung überwacht. Bremen und Berlin stehen mit diesen Plänen nicht allein da: Weltweit setzten sich 2015 viele Länder für die Entkriminalisierung von Cannabis ein – in anderen hingegen haben sich die Regeln verschärft. Eine Übersicht, wie die einzelnen Staaten mit dem Thema umgehen, gibt es auf dem Blog von Sensiseeds.

Volksbegehren in Bayern gescheitert

In Bayern ist das Thema allerdings vorerst vom Tisch. Nachdem Initiatoren mehr als 27.000 Unterschriften für ein Volksbegehren zur Legalisierung von Haschisch sammelten, lehnte zunächst das bayerische Innenministerium die Genehmigung ab. Und auch der Bundesgerichtshof spricht sich dagegen aus. Trotzdem gibt es auch im Freistaat Bayern zahlreiche Anhänger, die sich für die Entkriminalisierung der Pflanze einsetzen.

Cannabis Social Clubs in Bayern

Zu ihnen gehören die "Cannabis Social Clubs". Ihren Ursprung haben diese in Spanien. Dort gründeten erwachsene Patienten und Konsumenten von Cannabis einen gemeinnützigen Verein, der sich dafür einsetzt, dass die Pflanze selbst angebaut werden kann. Die Mitglieder werden beraten, zahlen einen Beitrag für die Kosten des Anbaus und dürfen einen Anteil der Ernte selbst verwenden. Durch diesen Umgang mit Cannabis sollen gefährliche Drogenbanden bekämpft werden. Cannabis Social Clubs gibt es auch in bayerischen Städten wie Würzburg, Augsburg oder Rosenheim. Als Dachorganisation fungiert der 2014 gegründete Cannabis Verband Bayern (CVB). Der Vorsitzende dieses Verbands, Wenzel Cerveny, hat nun einen Antrag bei der Bayerischen Staatskanzlei gestellt. Er möchte auf einer Fläche von 600 Quadratmetern Medizinalhanf anbauen, so dass Patienten sich bei der Beschaffung von Cannabis weder strafbar machen noch unkontrollierte Ware vom Schwarzmarkt beschaffen müssen.

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