Buntes Risiko – wie schädlich sind Tattoos

Tätowierungen sind beliebt wie nie zuvor. Immer mehr Menschen lassen sich die bunten Farben mit Nadeln in die zweite Hautschicht stechen. Doch der Spaß könnte böse Folgen haben.

Anfang des 20. Jahrhunderts fanden sie sich fast ausschließlich bei Seeleuten, Soldaten, Häftlingen und Ganoven. Heute sind Tätowierungen in der Mitte der Gesellschaft angekommen. In Deutschland findet jeder Zehnte Gefallen daran, seinen Körper mit dauerhaften Hautbildern zu verschönern. In der Altersgruppe zwischen 16 und 29 Jahren ist sogar jeder Vierte tätowiert. Ein Trend, der nicht selten auf Kosten der Gesundheit geht. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt vor allem vor schlechter Beratung und bedenklichen Tattoo-Farben.

In welchem Umfang sich in die Haut eingebrachte Farbpigmente auf den menschlichen Organismus auswirkten, ist zum derzeitigen Forschungsstand noch nicht abzusehen. Speziell zu den Langzeitwirkungen der applizierten Tätowiermittel fehlen wissenschaftliche Untersuchungen. Forscher diskutieren jedoch die Spaltung von Farbpigmenten unter der Haut und den Transport der Spaltprodukte in andere Organe. Dem Bundesinstitut für Risikobewertung zufolge lassen sich Farbpigmente bereits heute in den Lymphknoten tätowierter Personen nachweisen.

 

 

Ein viel diskutiertes Thema in der Tattoo-Szene ist die richtige Wundpflege nach frisch gestochenen Tätowierungen. Ebenso wichtig ist jedoch eine umfassende Vorab-Beratung im Tattoo-Shop. Folgende Punkte sollten Interessierte ansprechen, bevor sie sich beim Tätowierer auf den Stuhl setzen:

Risiken und mögliche Komplikationen – Wer sich für eine Tätowierung entscheidet, sollte sich bewusst sein, dass mögliche Folgekosten für Komplikationen oder eine Tattoo-Entfernung größtenteils selber getragen werden müssen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen diese Kosten nicht. Tätowierer sind daher in der Pflicht, ausführlich über mögliche Risiken, Komplikationen, Allergien und die anschließende Wundpflege zu informieren. Tattoo-Interessierte sollten sich entsprechende Informationen schriftliche gegen lassen.

Hygiene im Studio – Da "Tätowierer" kein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf ist, kann prinzipiell jeder in Deutschland ein Tattoo-Studio eröffnen. Kunden sollten den Tätowierer daher gezielt auf Hygienestandards ansprechen und sicherstellen, dass das Studio über einen separaten Behandlungsraum mit abwischbaren Oberflächen, frischen Einwegtüchern und sterilen Nadeln verfügt. Zudem sollten ausschließlich Farben in sterilen Einweg-Packungen zum Einsatz kommen. Das Gleiche gilt für das Wasser zum Verdünnen der Farbe.

Tattoo-Tinten mit Prüfzertifikat – Professionelle Tätowierer nutzen ausschließlich unbedenkliche Farben mit Prüfzertifikat. Tattoo-Fans sollten sicherstellen, dass die verwendete Tinte der deutschen Tätowiermittel-Verordnung entspricht. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Farben keine gesundheitsschädlichen Substanzen wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Amine, Phenole, Nitrosamine oder Schwermetalle enthalten. Dennoch können auch zertifizierte Tattoo-Tinten Entzündungen, Allergien und bleibende Hautschäden verursachen.

Letztendlich handelt es sich bei einer Tätowierung um einen lebenslangen Eingriff in den Körper, der gut überlegt sein sollte. Die Entfernung von dauerhaften Hautbildern ist längst nicht ausgereift. Chemische Tattoo-Entferner werden ebenfalls unter die Haut gespritzt und können Entzündungen oder Narbenbildung verursachen. Die moderne Lasertechnik schont zwar die Haut, bisher ist jedoch ungeklärt, welche chemischen Verbindungen entstehen, wenn die Pigmente unter der Haut durch den Laser gespalten werden.