Brauerei des Jahres kommt aus dem Taubertal

Nicht mehr in Franken gelegen, doch trotzdem in der Nähe: Die mittelständische Brauerei Distelhäuser hat zum zweiten Mal den begehrten Titel der "Brauerei des Jahres" erhalten. Durchaus kein leichter Sieg, denn die Konkurrenz ist groß. Mehr als 800 Biere aus 183 Brauereien haben an dem Wettbewerb teilgenommen, darunter viele aus Bayern.

Branchen-Oscar für höchste Bierqualität

Jedes Jahr vergibt die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft e.V., kurz DLG, im Rahmen einer Qualitätsprüfung die Prämierung Gold, Silber und Bronze. Die Brauereien wenden sich dazu an die DLG und reichen ihre neuesten Kreationen ein. Mit der Auszeichnung werden diejenigen Brauereien geehrt, die ihre Produkte über Jahre hinweg Qualitätsprüfungen unterziehen und damit beweisen, dass sie „zur Qualitäts-Elite der Ernährungswirtschaft gehören". Aus unserer Region lässt sich die Gampertbräu aus Weißenbrunn-Kronach nennen. Mit insgesamt zwölf Goldmedaillen hat die Distelhäuser Brauerei aus Tauberbischofsheim das beste Gesamtergebnis aller Teilnehmer erzielt. Braumeister Roland Andre meinte dazu: „Wir freuen uns riesig über diesen erneuten Erfolg nach 2009." Es war bereits der zweite Sieg für die Brauerei und bei weitem nicht die erste Auszeichnung. Besucht man die Brauerei und nimmt den Aufgang zum Sudhaus, so kommt man an der Wall of Fame vorbei, wo der Platz langsam knapp wird. Zu den besten bewerteten Bieren zählen die Distelhäuser Sorten Premium Pils, Märzen und Export. Das Landbier, Dinkel, Kellerbier, Malz sowie das helle und das dunkle Hefeweizen stachen ebenfalls hervor. Auch die alkoholfreien Versionen von Distelhäuser Hefeweizen zählen zu den prämierten Bieren. Ganz besonders fiel allerdings ein Bier auf: das Craft Bier Distl Blond. Es wurde erst vor einem Jahr eingeführt und erreichte 4,9 von 5 möglichen Punkten.

Siegszug der Craft-Biere

Das Wort "Craft" kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie "Handwerk" – und dies ist auch der Schwerpunkt bei den Bieren. Durch ausgefeiltes Brauerei-Handwerk entstehen immer weitere Schöpfungen mit den verschiedensten Zutaten. Craft Biere unterscheiden sich in dieser Hinsicht stark von industriell gefertigten Bieren, die einen Massengeschmack bedienen wollen. Craft Biere hingegen bedienen ein kleineres Publikum, weswegen viele Sorten nur regional erhältlich sind. Das Internet feuert den Siegeszug der Craft Biere weiter an, denn regionale und internationale Biere erfahren so deutschlandweite Verbreitung. Mit der Spezialisierung diverser Online-Shops auf Craft Bier gelangen Biere an einen größeren Käuferkreis und überschreiten Ländergrenzen. Dank Shops wie Bier-Deluxe ist es kein Problem mehr, beispielsweise belgisches Amber Lager und Ale in Bamberg zu genießen. Ob international oder regional – Craft Bier findet immer mehr Liebhaber. Wahre Handwerkskunst tritt gegen industrielle Massenprodukte an. Es bleibt abzuwarten, wie die Entwicklung weitergeht.