Beliebte Online-Casinos: Bald auch legal?

Online-Casinos erfreuen sich sehr großer Beliebtheit – doch wie könnte sich der Regulierungsvorschlag auf die Geschäfte auswirken?

Online Casinos immer beliebter – aber bald auch legal?

Unter glücksspielinteressierten Menschen sind Online-Casinos schon längst sehr beliebt. Das Spiel ist einfach, der Zugang bequem und die Spielmöglichkeiten enorm. Bislang bewegten sich die Casinos jedoch noch in einer Grauzone, doch das könnte sich bald schon ändern. Die Online-Casinos sollen legalisiert werden, aber wann wird das geschehen? Dieser Artikel zeigt die Planungen und den Weg zur neuen Rechtslage.

Was ist wann geplant?

Anfang dieses Jahres wurde beschlossen, dass mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag, der im Sommer 2021 in Kraft treten soll, auch das Online-Glücksspiel in Form von Casinos und Sportwetten legalisiert wird. Dies wird erreicht, indem nun endlich deutsche Lizenzen ausgegeben werden und Anbieter nicht länger auf EU-Lizenzen aus Malta zurückgreifen müssen. Das ist der allgemeine Tenor, der gewiss einem Zeitplan unterliegt:

  • Ausarbeitung/Parlamentsabstimmungen – alle Landesparlamente müssen die Regelungen und geplanten Änderungen absegnen.
  • EU-Kommission – im letzten Schritt muss die EU-Kommission den Entwürfen zustimmen und diese bewilligen.
  • Niederlegung – erst dann kann der eigentliche Glücksspielstaatsvertrag für die einzelnen Bundesländer aufgesetzt und niedergeschrieben werden. Durch den Ablauf des bisherigen Staatsvertrags ist die Zeit begrenzt. Es darf geschätzt werden, dass die Niederschrift spätestens im Februar/März erfolgen muss.

Momentan ist nicht vollständig bekannt, wie häufig an der Ausarbeitung des Vertrags gearbeitet wird. Die Corona-Krise spielt auch in dieser Beziehung eine wichtige Rolle, denn es ist denkbar, dass die einzelnen Parlamente in Sitzungen über Corona, nicht aber über Glücksspiel beraten. Wobei einzelne Arbeitsgruppen sicherlich weiterhin tagen.

Wie könnten sich die Regelungen auf den Glücksspielmarkt auswirken?

Vom Grundsatz her wird die Regulierung des Glücksspielmarkts von allen Teilnehmern begrüßt. Das Wissen um eine baldige Rechtssicherheit ist für Unternehmen wichtig, denn diese agieren aktuell zwar korrekt nach EU-Recht, könnten aber vom Landesrecht jederzeit eingeschnitten werden. Auch Glücksspieler wüssten nach der Regulierung, dass sie sich auf einem legalen Boden bewegen und das Recht im Rücken hätten.

Auf der anderen Seite sind einige Regelungen recht eng gefasst. So dürfen Spieler monatlich nur noch einen Einsatz in Höhe von 1.000 Euro leisten, wobei noch nicht formal geklärt ist, wie sich dieses Limit zusammensetzt. Bezieht es sich auf ein einzelnes Casino, werden gar Sportwetten oder Lottospiele mit herangezogen? Auch die Überwachung des Einsatzlimits ist, je nach Ausprägung, ein zweischneidiges Schwert. Dies könnte dem aktuell recht großen Glücksspielmarkt durchaus zu schaffen machen. Auf wallstreet-online.de wurde ein großer Artikel zum aktuellen Zustand des marktes veröffentlicht, der zudem auch einen Ausblick enthält.

Ein großes Problem ist der geplante Wegfall der Live-Angebote, obgleich sich diese auf den ersten Blick auf Sportwetten beziehen. Allerdings unterhalten etliche Casinoanbieter auch Wettportale, sodass diese Umsatzeinbußen auch ein Casino betreffen. Ein zu strenges Regelwerk könnte insgesamt das Spielgeschehen einschränken und Spieler wiederum zu illegalen Angeboten treiben. Es ist müßig zu erwähnen, dass ein deutsches Verbot nicht dazu führen würde, aus deutscher Sicht ungewollte Glücksspiele aus dem Internet zu vertreiben.

Fazit – noch ist es nicht Schwarz auf weiß

Sicher ist, dass es eine neue Glücksspielbehörde in Sachsen-Anhalt geben wird, die Lizenzen vergibt und das Geschehen kontrolliert und überwacht. Einzelne Inhalte stehen aktuell aber noch zur Diskussion und könnten, eventuell, aus datenschutzrechtlicher Sicht sogar vor der EU-Kommission scheitern. Momentan steht die Ausarbeitung jedoch hinter Corona an, sodass wohl vor Ende April kaum Neuigkeiten bekannt werden dürften.