Abitur in der Tasche – erstmal ins Ausland?

Die Sommerferien sind angebrochen – das bedeutet warme, sonnenverwöhnte Tage und erholsamen Urlaub am Strand. Und Tausende frischgebackene Abiturienten stellen sich spätestens jetzt die alles entscheidende Frage: Was mache ich bloß nach dem Abitur? Eine häufige Antwort lautet: erstmal ins Ausland!

Gap Year: Wertvolle Auslandserfahrung sammeln

Die meisten Abiturienten sind zum Zeitpunkt ihres Schulabschlusses gerade einmal volljährig und wissen noch lange nicht, wo sie ihr beruflicher Weg überhaupt hinführen soll. Für all diejenigen ist das sogenannte Gap Year vermutlich die perfekte Lösung für die Zeit nach dem Abitur. Anders als der Name es vielleicht vermuten lässt, soll das Jahr nach dem Abitur nicht zur wirklichen "Lücke" werden. Vielmehr ist es eine Auszeit, in der sich die Absolventen über ihre Bedürfnisse und Ziele klar werden können. Möglichkeiten, dieses Lückenjahr sinnvoll zu nutzen, sind beispielsweise wertvolle Auslandsaufenthalte:

Wie das Gap Year letztlich gestaltet wird, ist jedem selbst überlassen. Für aufwendige Projekte wie das Freiwillige Soziale Jahr gibt es in der Regel offizielle Bewerbungsfristen, die häufig bereits ein Jahr vor Projektstart enden. Daher sollten sich Interessierte rechtzeitig über Fristen und Bewerbungsformalitäten erkundigen. Selbstverständlich ist es kein Muss, die Zeit nach dem Abitur im Ausland zu verbringen. Praktika, das Freiwillige Soziale und das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) können auch im Inland absolviert werden und sind genauso wertvolle Erfahrungen wie Aufenthalte im Ausland.

Auslandsaufenthalte auch während des Studiums möglich

Das Gap Year ist jedoch nicht die einzige Möglichkeit, wertvolle Auslandserfahrung zu sammeln. Auch viele Studierende nutzen die Möglichkeit, während ihres Studiums eine gewisse Zeit im Ausland zu verbringen. Mit dem Erasmus-Programm fördert die Europäische Union beispielsweise Studierende, die ein oder zwei Semester an einer Universität in einem anderen europäischen Land studieren möchten. Für Erasmus-Stipendiaten entfallen übrigens die Studiengebühren an den Gasthochschulen und zusätzlich erhalten sie je nach Zielland eine finanzielle Förderung in Höhe von 150 bis 500 Euro. Auch wer bei seinem Auslandssemester nicht innerhalb der EU bleiben möchte, hat gute Chancen auf eine Förderung wie das Auslands-BAföG sowie zahlreiche weitere Stipendien, etwa durch das PROMOS-Programm vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Wenn eine Förderung weder mit BAföG noch mit einem Stipendium möglich ist, können Studierende immer noch einen Studienkredit beantragen. Er wird, im Gegensatz zu normalen Privatkrediten, monatlich ausbezahlt. Auslandsaufenthalte sind natürlich nicht die einzigen Vorzüge eines Studiums nach dem Abitur; vielmehr ist das Studium der Grundstein der "typischen Akademikerlaufbahn". Statistisch gesehen bekommen Akademiker deutlich mehr Gehalt als die Kollegen ohne Studienabschluss und das Risiko, mit einem abgeschlossenen Studium arbeitslos zu werden, ist deutlich niedriger als bei Nicht-Akademikern.


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