The Notwist & Aloa Input

Am 14.04.2015 ab 20:00




The Notwist & Aloa Input

Close To The Glass Tour 2015
support: Aloa Input
präsentiert von Zündfunk, Erlanger Nachrichten
Alle sechs bis sieben Jahre, so besagt eine alte spirituelle Lehre, wird das Leben jedes Menschen von einem bedeutungsvollen Einschnitt geprägt. Die Weisheit dieser Formel zeigt sich dadurch, dass sie dem Rhythmus ziemlich nahekommt, in dem die Band The Notwist ihre Platten veröffentlicht. Anfang 2002 kam das epochale Album „Neon Golden“ heraus, im Frühling 2008 dann „The Devil, You & Me“, und 2014 erschien nun endlich „Close to the Glass“, die insgesamt siebte Studioplatte der Band.
Ihre Musik ist für viele zu einem vertrauten Begleiter geworden, und nach Jahren der Stille reicht ein einziger Satz, ein einziger Song aus, um ein gewaltiges Echo der Vorfreude heraufzubeschwören.
„Close to the Glass“ also: Das neue Album ist gleichzeitig die vielseitigste und die homogenste Platte, die The Notwist bislang gemacht haben. Die Band verwendet gerne den Begriff „Collage“, wenn sie das Gesamtbild der zwölf Stücke beschreiben soll: Komplexe elektronische Tracks, wie das Anfangsstück „Signals“, der Titelsong oder „Into Another Tune“, wechseln sich ab mit Liedern, auf denen fast nur Markus Achers Stimme und eine Akustikgitarre zu hören sind („Casino“, „Steppin’ In“); es gibt das mitreißende „Kong“, den Hit der Platte, den The Notwist schon länger live spielen, und ein fast neunminütiges, wunderschönes Instrumental („Lineri“), Beatles–hafte Gesangslinien („Run Run Run“) folgen auf vollständig gesampelte Tracks („The Fifth Quarter of the Globe“), die an instrumentale HipHop-Meisterwerke wie DJ Shadows „Endtroducing“ aus den Neunzigerjahren erinnern.
Diese Vielfalt der Stile geht aber auf einen Arbeitsprozess zurück, der mehr als früher auf Gemeinschaft beruht. Markus Acher, Micha Acher und Martin Gretschmann, die langjährigen Kernmitglieder von The Notwist, sagen, dass sie sich noch nie so sehr als Band empfunden haben wie heute. Mit Andi Haberl (Schlagzeug, Percussion, Gesang), Max Punktezahl (Gitarre, Keyboards) und Karl Ivar Refseth, einem norwegischen Vibraphonisten, bilden die drei inzwischen eine umwerfende Live-Besetzung, die in Sekundenschnelle den Charakter des Notwist-Sounds ändern kann, von konzentrierten, jazzartigen Passagen zum Lärmgewitter und zurück. „Close to the Glass“ mag daher wie eine Collage klingen – aber sie stammt von einem verschworenen Kollektiv, von einer Einheit. Nicht umsonst wollten The Notwist die gesamte Platte ursprünglich sogar live einspielen, im Vertrauen auf die berauschenden Konzerte in den letzten Jahren. Aber da sich die unmittelbare Bühnenenergie nicht ohne weiteres im technischen Aufnahmeprozess bewahren lässt, wurde sie in fast zweijähriger Studioarbeit Spur für Spur, Schicht für Schicht wiederbelebt.