Hans Söllner & Bayaman´Sissdem

Am 25.07.2015 ab 20:30




Hans Söllner & Bayaman´Sissdem

Hans Söllner

Er jault und flüstert – schreit und schimpft – spricht und erzählt – lacht und grinst.... Eindringlich, genau, unerbittlich, schUnd die ihm, dem 49-Jährigen, da zujubeln sind immer noch zwischen 15 und 25, ohne dass sie ihn verlassen, wenn sie älter werden. Ein „Phänomen", das es in Deutschland kaum gibt, wir kennen sonst eine solche Einheit von Existentiellem und Populärkunst eher aus der Ferne. Er lässt die Leute teilnehmen an den Wegen seiner Person und macht das zu einer Kunst, in der sie sich wiederfinden, an der sie sich reiben können. Hans Söllner spielt keine Rolle, er ist sie, lebt in ihr, zeigt Haltung. Er folgt sich selbst, statt Wege zu weisen; unterwirft sich seinen eigenen Gedanken und Gefühlen, statt etwas heraufzubeschwören oder zu lehren. Er gehört zu den Typen, die wie Einsiedler wirken aber den Menschen lieben und ihn nie einem System unterordnen würden. Daher ihre widersprüchliche, unberechenbare Popularität. Und diese Beliebtheit bei den Leuten macht die im Übrigen mit Ausschließen befassten Apparate zunehmend williger, Söllner zu präsentieren. Er wird als Zugpferd geholt für Festivals und man sieht ihn zum wiederholten Male mit 45minütigen Live-Mitschnitten. Söllner ist der Heroe eines rauen, gesellschaftlichen Untergrunds im deutschsprachigen Süden, von dem der feinere „Underground" gerne auch etwas unter den Füssen hätte. Mit Stimme, Gitarre, verblüffender keltischer Erzählkunst, wurde Söllner zum Idol für 100.000. Gerade weil die Welt der Medien, von Geld und Macht und der feinen Gesellschaft ihn ignoriert und bekämpft. Aus solchen emotionalen Energien, aus Direktheit im Zugreifen, Freiheitssehnsucht, Sozialkitsch, politischem Weltschmerz und privatem Drang entsteht Popmusik, die trifft. Irgendwo zwischen Bob Dylan, Johnny Cash, Kurt Cobain und einem bayrischen Wilderer treibt Söllner sein Wesen. Ein schlagfertiges Bündel Wut mit Gitarre, mit seinem starken Gerechtigkeitsgefühl und einer sich immer mehr auslebenden instinktiven Musikalität.
Der beste Beweis dafür ist seine aktuelle CD mit einer excellenten, neu formierten Band „Bayaman´Sissdem": „Owei I". Auch diesmal schleudert er wieder Grobheiten mit hohem Wiedererkennungswert heraus. Er kennt den Druck und den Dreck einer Existenz, in der Menschen zu Insassen einer Weltordnung gemacht werden oder sich selber machen, zur Genüge – ohne jedes Ghetto-Getue. Er hat sich selbst aus diesem Loch herausgebuddelt mit Worten und Stimme und auf der Bühne. Und deshalb ist bei ihm die andere Seite, Hoffnung, Zärtlichkeit und Liebe immer stärker als die Wut. Seine Sprache gehört zu ihm nicht wie ein zufälliger Dialekt, sondern wie ein Urlaut, den ihm niemand nehmen kann und wird (das ist auch seine Botschaft an seine staatlichen Kontrahenten!), eine Art süddeutsches Patois. Und in dieses faszinierende Innenleben der sprachlichen Aneignung seiner Lebenswelt lädt er die Zuhörer mit ein, als würden sie zu sich selbst hinabsteigen. „Er singt nicht bloß, er umschmeichelt und karessiert und liebkost und herzt die Sprache wie niemand sonst auf weiter Flur." (Süddeutsche Zeitung)
Die anarchische Lust am selbstbestimmten Leben offenbart seinen Sinn für die Metaphysik der Underdogs. Söllner singt um sein Leben. In Liedern über die Liebe, übers Vatersein, übers Sterben fallen Sätze, wie sie wahrhaftiger nicht sein könnten. Sein Blick umarmt die Welt, seine Sprache rührt am Wesentlichen, ist genau und intensiv, gewitzt und tränenlos traurig. „Wir haben keinen Besseren als diesen kiffenden, fluchenden, Staat, Kirche, Religion und den gehobenen Geschmack beleidigendem und dann auch noch das Hochdeutsche weiträumig umfahrenden Rastafari. Als Peter Sloterdijk noch ein Philosoph war und nicht Industrieberater, hat er die kynischen Tugenden des Diogenes als Hilfsmittel gegen die Mächtigen propagiert. Hans Söllner ist der Einzige, der sie praktiziert, der Einzige, der sich noch wehrt: Habe die Ehre, Herr Söllner." (Süddeutsche Zeitung – Willi Winkler)
nell und rhythmisch. Seit über zwei Jahrzehnten erspielt sich Hans Söllner ein eigenes, riesiges Publikum mit steigender Tendenz und gegen alle Regeln des Geschäfts. Man muss es erleben, wie er – der ansonsten Totgeschwiegene – auf großen Festivals vor 25.000 Leuten als Hauptact gefeiert wird.