Club der toten Dichter

Am 11.10.2013 ab 20:00




Club der toten Dichter

Der Club der toten Dichter bereits das zum dritten Mal in der Sonderbar.
Mit »Freude schöner Götterfunken - Friedrich Schiller neu vertont«, folgt nun das vierte CLUB DER TOTEN DICHTER-Programm mit dem Sänger Dirk Darmstaedter (The Jeremy Days).
Da der Club normalerweise in größeren Theatern gastiert, ist es eine besondere Gelegenheit die Band live und hautnah auf der kleinen Sonderbar-Bühne erleben zu dürfen, auch für die Beteiligten Künstler ist es immer wieder ein besonders intensives Erlebnis.
Karten sind ab sofort in der Sonderbar für 19,-€(Selbstkostenpreis) VVK erhältlich
Ist Repke naiv, frech, arglos? Er selbst beschreibt seinen Umgang mit den Dichtern als kindlich. Monatelang liest er, Zeilen springen ihn an, berühren ihn. Er streicht sie an, malt Symbole neben die Gedichte, ohne sich mit kulturgeschichtlichen und biografischen Zusammenhängen zu belasten. So sucht Repke den Augenblick der ersten Berührung und die ihm innewohnende Leichtigkeit.
Diese Leichtigkeit ist auch bei Dirk Darmstaedter (Jeremy Days) spürbar, dem neuen Gastsänger des Clubs, über den die New York Times schreibt, “One of Germany’s underground pop heroes.”
Stark geprägt durch eine Jugend in Amerika und die Rückkehr „in ein graues Deutschland“, sind Schiller und andere deutsche Dichter für ihn Neuland, das er mit großer Neugier betritt und singt:
„Harmonien hör’ ich klingen, Töne süßer Himmelsruh, und die leichten Winde bringen mir der Düfte Balsam zu.“ Oder in Schillers Gedicht ‚Begegnung’: „Doch schnell, als hätten Flügel mich getragen, ergriff es mich, die Saiten anzuschlagen“.
Darmstaedter tut das mit der Freude eines Entdeckers und hat sich sogleich in den Rebell aus Arkadien verliebt. Den Flüchtling, der heimlich der Premiere seiner ‚Räuber’ in Mannheim beiwohnt, der 12 Stunden am Tag schreibt und dabei Unmengen Kaffee und Tabak konsumiert. Den Dichter, der den Geruch faulender Äpfel zum Schreiben braucht, wie Schillers Frau Charlotte Goethe erzählte.
Schiller ist nach Heinrich Heine, Wilhelm Busch und Rainer-Maria Rilke nun schon die vierte Veröffentlichung des Clubs. Neben Dirk Darmstaedter und Reinhardt Repke, der wie immer einige seiner Songs selber singt und Gitarre spielt, gehören Schlagzeuger Tim Lorenz, Bassist Markus Runzheimer und Andreas Sperling an den Tasteninstrumenten fest zum Club der toten Dichter. Alles wunderbare Musiker, die mit ihrem warmen, ungeheuer gefühlvollen Spiel schon die Rilke-Neuvertonungen veredelten.
„Das Liebesbündnis schöner Seelen“, um es mit Schillers Worten zu sagen, „knüpft oft der erste Augenblick. Wenn andre eh’ sie Freunde wählen, was sich dabei gewinnt, erst emsig überzählen. Verbindet jene schon ein Wort, verbindet jene ein stiller Blick. Gleich Spiegeln strahlet eins der andern Blick zurück.“
So klingt diese CD, so klingt der Club der toten Dichter, so klingt Schiller heute. Da ist es nur folgerichtig dem Programm den Titel ‚Freude schöner Götterfunken’ zu geben, denn: „Freude heißt die starke Feder in der ewigen Natur“.
Beethoven muss nicht böse sein, denn eine kleine Entschuldigung für die Neuvertonung der ‚Ode an die Freude’ hält die CD auch bereit. Die Anfangsmelodie des 2. Satz seiner Schicksalssymphonie bildet die musikalische Grundlage zu Schillers Gedicht ‚Die seligen Augenblicke’.
„Dann sind wir wieder quitt“, sagt Repke lächelnd.